Aktuelles

….. zur letzten Ratssitzung, zu unbeantworteten Fragen an die Mettmanner Verwaltung (die aber nichts an Bedeutung verloren haben) und zum Stand der Schulsituation.

Die Fraktion Zur Sache! Mettmann hatte vor der Ratssitzung am 05. Oktober einige Anfragen mit der Bitte um Beantwortung an die Mettmanner Verwaltung geschickt. Nun, aus formalen Gründen haben wir KEINE Antworten auf folgende Fragen bekommen:

  • Wie viele Kinder haben die beiden Gymnasien in den letzten drei Jahren nach der Erprobungsphase verlassen müssen und wo sollen diese SuS künftig untergebracht werden?
  • Wie lässt es sich mit dem Grundgedanken bei der Gründung der Gesamtschule in Mettmann „ein Platz an einer weiterführenden Schule für alle Mettmanner Kinder in ihrem Wohnort“ vereinbaren, wenn nun doch Kinder abgewiesen werden müssen, die keine (eingeschränkte) Gymnasialempfehlung haben?
    Diese müssen dann in einer der benachbarten Städte zur Schule gehen.
  • Wie soll eine für die Sekundarstufe II ausreichende Leistungs-Heterogenität an der Gesamtschule hergestellt werden, wenn bereits im ersten Jahrgang nur 5 SuS mit Gymnasialempfehlung und weitere 11 SuS mit eingeschränkter Gymnasial-Empfehlung angemeldet wurden?
  • Wie kann an der Gesamtschule perspektivisch die notwendige Leistungsheterogenität gemäß § 1 Abs. 2 Satz 1 Nr. 4 APO-S I sichergestellt werden, nicht zuletzt um zu vermeiden, dass wir zwar theoretisch eine Gesamtschule, in der Praxis dann aber eine Sekundarschule gegründet hätten?

Ist es womöglich sogar so, dass, gäbe es so etwas wie einen „guten Willen“ oder ein „Erinnern“ an die im Wahlkampf des letzten Jahres ununterbrochen gepredigte Transparenz seitens der damaligen Bürgermeisterkandidatin, die Fragen beantwortet worden wären?

Man kann sich auf Formalien zurückziehen oder im Sinne der Sache so viel Aufklärung wie möglich betreiben und so viele Informationen wie möglich weitergeben.

Dazu kommt, dass bereits darüber diskutiert worden ist, die Zügigkeit der Gymnasien zu erhöhen, um so dem Schulentwicklungsplan zu entsprechen.
Das hätte naturgemäß zur Folge, dass noch mehr Eltern ihre Kinder mit Gymnasialempfehlung an den Gymnasien und eben nicht an der Gesamtschule anmelden würden und somit auch künftig die Chance, eine Sekundarstufe II einzurichten denkbar gering bliebe.

Alles liefe dann auf eine Sekundarschule hinaus.

Zur Erinnerung, die Bürgermeisterin ist Verwaltungschefin und hat mit ihrer Stimme am
17. November 2020 im Mettmanner Rat für all´ die Gesamtschul-Beschlüsse gestimmt, die nun zu all´ den Schwierigkeiten führen, für die es nach wie vor keine Lösungen gibt.

Und in diesem Kontext hält es die Verwaltung nicht einmal für nötig, Fragen zu beantworten.

Wir haben zuletzt schriftlich um eine Begründung gebeten, warum die oben angesprochenen Fragen nicht beantwortet worden sind.
Als Antwort kam vom Dezernatsleiter IV ein ellenlanges Elaborat zu formalen Gesichtspunkten mit dem zusätzlichen Hinweis, dass „eine weitere, noch ausführlichere Darlegung als entbehrlich angesehen wurde.“

Kein Kommentar!

Nach unserer Überzeugung ist es notwendig, die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt möglichst umfassend zu informieren. Da die Verwaltung dies unterlässt, tun wir es.
Nicht zuletzt, weil wir unsere Wahlversprechen halten wollen.
Wir haben Bürgernähe versprochen, dazu gehört in erster Linie mal eine entsprechende Kommunikation, offen, ehrlich und transparent.

Die Mehrheitsfraktionen CDU, SPD und Grüne haben es auf dramatische Weise versäumt, die Schullandschaft in Mettmann als Ganzes zu betrachten und entsprechend ein ganzheitliches Konzept zu erarbeiten.

Trotz aller Hinweise, Erläuterungen und Mahnungen und gegen den erklärten Willen mehrerer tausend Bürgerinnen und Bürger wird die Realschule unserer Stadt geschlossen. Eine Gesamtschule wurde gegründet – viel zu voreilig, wie sich mehr und mehr herausstellt.
Der aktuelle Stand ist doch bodenlos ernüchternd:
Die GS ist gegründet, es wurden 150 Schülerinnen und Schüler angemeldet, die in einem Provisorium untergebracht worden sind.
Wie es mit dem Provisorium weitergehen soll, weiß niemand.
Wo die die Kinder des übernächsten Jahrgangs untergebracht werden, weiß niemand.
Wo die neue GS gebaut werden soll, weiß niemand.
Da alternative Standorte bestenfalls angedacht wurden, soll nun der Standort der OPS verwandt werden. Dass damit für die Kinder der OPS ebenfalls ein neuer Standort gebaut werden muss, scheint niemanden mehr zu stören. Damit wird das Projekt Gesamtschule um den Neubau der OPS noch teurer. Nun ja, die Signale zu einer weiteren Anhebung der Gundsteuer-B waren ja nicht zu überhören.

Oder es gibt die bei TME bereits für möglich gehaltene „Rolle rückwärts“ und es würde alles zum x-ten Mal auf Anfang gestellt werden.

Entsprechend gibt es aktuell noch keine Flächennutzungspläne, Bebauungspläne oder Genehmigungsverfahren.

Und welche Kosten auf die Stadt zukommen, weiß natürlich sowieso noch niemand.
Nur eines ist sicher: Je mehr sich die Verantwortlichen im Dickicht von Unentschlossenheit und Fehlentscheidungen verheddern, desto mehr Zeit wird weiter verstreichen.
Und Zeit kostet beim Planen und Bauen immer Geld.
Der ehemalige Bauamtsleiter Dr. Stephan Kopp und die anerkannte Architektin Cornelia Neubürger haben in den letzten 18 Monaten immer wieder darauf verwiesen, ganz besonders auf die Kostenentwicklung zu schauen. Die Warnungen blieben ungehört.

Dass die Grundschulen seit 2018 weitgehend vernachlässigt werden, ist eine weitere sehr negative Folgeerscheinung der mittlerweile völlig irrational anmutenden Entscheidungen Entwicklungen.

Die Fraktion Zur Sache! Mettmann hat im Vorfeld der Ratsentscheidung für eine Gesamtschule nicht nur darauf verwiesen, dass sich Mettmann eine Gesamtschule schlicht nicht leisten kann. Die fehlenden personellen Kapazitäten wie vor allem die fehlende Weitsicht, das große Ganze zu betrachten haben wir immer wieder angemahnt.

Unternehmerisches Denken findet da offenkundig genauso wenig statt, wie strategische Prozessplanung.

Natürlich fragen wir uns wieder und wieder, wie es möglich ist, eine Fehlentscheidung an die andere zu reihen. Vor allem die Mitglieder der drei genannten Fraktionen scheinen zu glauben, einmal nein zu sagen, würde mit Gesichtsverlust einhergehen.

Wir glauben, es ist viel schlimmer „den Karren immer weiter in den Dreck zu fahren“.

Einzig Volker Eichert, Ratsmitglied der CDU, hat in der letzten Ratssitzung ein Plädoyer für strategische Stadtplanung im Wortsinn gehalten. Er blieb aber einsamer Rufer im Kreise seiner dazu schweigenden CDU-Fraktionskolleginnen und – kollegen.
Wie diese Eicherts Einlassungen nun bewertet haben, wissen wir natürlich nicht; die Körpersprache hingegen schien uns eindeutig zu sein.

Wir aber haben vieles von dem, was wir denken in Eicherts Ausführungen wiedergefunden.
Immerhin.

Unsere stets zum Thema geäußerte Befürchtung wächst:
Die Gesamtschule mit allen Nebengeräuschen wird unsere Stadt auf Jahrzehnte in unterschiedlichen Bereichen negativ beeinflussen.