Aktuelles

Konstruktiv, kritisch und auch mal kontrovers -

Der erste Online-Bürgertreff hat uns wertvolle Ansichten und Meinungen unserer Bürger*innen ermöglicht.

Nachdem die Pandemie seit Monaten dafür sorgt, dass wir uns kaum begegnen dürfen, haben wir uns gefragt, ob ein Austausch mit Bürger*innen wohl auch online funktionieren kann. Die Antwort macht uns Mut: Es funktioniert.
Unser erster Online-Bürgertreff am vergangenen Donnerstag war zwar keine „Massenveranstaltung“, dafür haben wir mehr als zwei Stunden lang mit Mettmannerinnen und Mettmannern eine interessante und bisweilen launige Diskussion über unterschiedliche Themen geführt.

Das kürzlich in der lokalen Presse aufgearbeitete Radverkehrskonzept sorgte anfangs für kritische Nachfragen. Angesichts der Gutachten-Flut, die die Mettmanner Verwaltung in der Vergangenheit auf den Weg gebracht hat war die Einstiegsfrage nachvollziehbar: Ob es denn sein müsse, dass selbst beim Radverkehr teure Gutachten in Auftrag gegeben werden.
Wir vertreten hier die Auffassung, dass der Radverkehr nicht isoliert betrachtet werden darf, er muss in das Mettmanner Gesamtverkehrskonzept eingebettet werden.
Durch die Haushaltsplanberatungen und die Grundsteuer-B-Erhöhung sind andere Themen in den letzten Monaten leider in den Hintergrund getreten. Der Verkehr gehört dazu. Hier ist ja jetzt die Rede von der „Mobilitätswende“. Wir müssen uns dabei aber an der Lebenswirklichkeit orientieren:
Die Mettmanner Topographie schließt viele Menschen trotz E-Antrieb vom Radverkehr aus. So liegt unser Seniorenanteil bei etwa 25 Prozent. Kita-Kinder gehen selten zu Fuß zur Kita und werden genauso selten mit dem Fahrrad gebracht. Und wenn Mama oder Papa für den Job aufgrund ungünstiger ÖPNV-Verbindungen auf das Auto angewiesen sind, müssen wir dies wohl solange akzeptieren, bis Alternativen geschaffen sind. Selbstverständlich sind grundsätzlich Rad und ÖPNV zu stärken, aber wir müssen die Bedürfnisse der Menschen dabei berücksichtigen.

Es wurde begrüßt, dass der ADFC in Mettmann aktiv geworden ist, hier seien auch bereits sichtbare Ergebnisse erzielt worden, beispielsweise Radwege neu entstanden.
Auf zwei Dinge wurde insbesondere hingewiesen: Zum einen würden an Ladestationen für E-Bikes in der Stadt bislang noch gänzlich fehlen und es wurde der Wunsch nach sicheren Abstellmöglichkeiten laut. Die Fahrradständer im Stadtgebiet seien weitgehend veraltet und gar nicht mehr nutzbar oder eben zu unsicher. Heutige E-Bikes haben ja bisweilen den Wert eines gebrauchten Kleinwagens.

Weitere Verkehrsthemen sorgten für durchaus höheren Puls. So wurde die alltägliche Gefahrenstelle vor der Katholischen Grundschule (KGS) in der Neanderstraße beklagt. Hier verstehe man nicht, wieso beispielsweise für die Gemeinschaftsgrundschule „Am Neandertal“ und für das KHG sogenannte „Elternhaltestellen“ eingerichtet worden seien, dies aber für die KGS nicht möglich sein soll.

Klar, dass auch beim Thema Stadthalle deutlicher Unmut formuliert wurde: Es sei ja vollkommen unverständlich, dass es nicht längst zu einer umfassenden Lösung des gesamten erweiterten Areals gekommen sei. Gemeint ist der Bereich von Stadthalle, Jugendhaus und Hallenbad.

Natürlich wurden auch die in Mettmann aktuell am meisten diskutierten Themen Schullandschaft und Haushalt nicht ausgelassen. Beide Bereiche wurden und werden von der lokalen Presse ja auskömmlich begleitet. Unsere Positionen sind zu beiden Themen ja sehr klar und für Interessierte hier auf unserer Homepage unter „Neuigkeiten“ und unter „Anträge“ nachzuvollziehen.

Wir bedanken uns für die positive Resonanz der Teilnehmer*innen, vor allem auch für die eine oder andere kritische Anmerkung.
Wir werden unsere learnings mitnehmen und das Format, sollte die Pandemie nicht bald andere Kontakte wieder zulassen, ausbauen.
Wir haben vor der Wahl Bürgernähe versprochen, wir wollen nach der Wahl Bürgernähe herstellen.