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Nachklapp zur Videoreihe vom 10. - 14.08.´20 --

—  Eine Woche lang lang hat Michael Weidtmann, Mettmanner Versorgungs-Ingenieur und aktuell bei den Monheimer Stadtwerken beschäftigt, unsere Fragen beantwortet (s. https://zursache.me/videos/)

Vielen Dank für die Reaktionen. Wir wollen hier vier Denkanstöße aufgreifen und haben dazu noch einmal Michael Weidtmann befragt.

  1. Sind die Konzessionen der Stromnetze nicht längst im Besitz der Mettmanner Stadtwerke und was wäre notwendig, um auch Energievertreiber zu werden?

Die Stadtwerke Mettmann GmbH haben ihre Strom- und Gasnetze an externe Betreiber vergeben und generieren damit Einnahmen. Würden diese Netze in Eigenverwaltung betrieben, wäre die Gewinnerwartung natürlich höher. Die Aufsicht darüber hat die Bundesnetzagentur, wie auch bei Gas, Telekommunikation und Post.
Die Inhalte der Konzessionen können sehr unterschiedlich sein und sind nicht öffentlich zugängig. – Der Vertrieb bzw. Verkauf von Energie an Endverbraucher darf rechtlich nicht von dem Netzbetreiber geführt werden. – Es müssen somit voneinander getrennte Gesellschaften sein. An dieser Stelle sind verschiedene Varianten vorstellbar, die man mit den unterschiedlichen Marktteilnehmern abklopfen sollte. Dieser Prozess ist komplex und bedarf einer guten Planung und Verhandlung. – Wichtig ist, dass wir es umsetzen könnten. Der Blick auf unsere Nachbarstädte zeigt, dass sie damit Erfolg haben und nicht nur deren Erlöse für den städtischen Haushalt sondern auch deren Klimabilanz profitieren. Es sind somit zwei Bereiche und somit zwei Chancen für unsere Stadt Mettmann.

 

  1. Inwieweit ist Erdgas zukunftstauglich?

Man muss sowohl auf die Wirtschaftlichkeit als auch auf die CO2 Bilanz schauen. Jedes Gebäude verbraucht Energie. Diese muss möglichst wirtschaftlich und gleichzeitig möglichst nachhaltig eingesetzt werden. Erdgas bietet als umweltschonender fossiler Brennstoff derzeit die wirtschaftlichste Alternative zu heizen. Dies gilt für Bestandsgebäude. Im Neubau werden mehr und mehr regenerative Energie-Technologien eingesetzt. Allerdings werden Erdgasheizungen nach wie vor gefördert. Ab 2050 werden keine fossilen Energien mehr für Gebäude-Heizanlagen mehr zugelassen.

 

  1. Solarenergie schien eine Zeit lang nicht mehr rentabel, mittlerweile deutet sich ein neuer Boom in der Nutzung von Photovoltaik-Anlagen an. Woran liegt das?

Gerade für Einfamilienhäuser, die möglichst viel Photovoltaik (PV)-Strom selbst verbrauchen, ist die PV-Anlage wieder höchst attraktiv geworden. Sie lässt sich sehr wirtschaftlich nutzen.
Die Refinanzierung der Anlage ist nach 10 Jahren möglich, sie wird aber über 20 Jahre gefördert.
Über die gesamte Laufzeit kalkulieren die Fachleute mit einer Rendite von etwa 5 Prozent.

 

  1. Wie wird sich unsere Mobilität verändern?

Wir müssen bei den Entfernungen unterscheiden. Im Durchschnitt legen unsere Pendler etwa 17 Kilometer pro Fahrtstrecke zurück. Für diese Strecke, also für alle „Durchschnittspendler“ ist der Elektroantrieb derzeit optimal. Grundsätzlich wird es noch auf längere Sicht so sein, dass wir auf einen Mix aus Elektro- und Verbrennungsantrieben setzen werden. Wir haben verschiedene Technologien, an denen derzeit fieberhaft gearbeitet wird. Wir werden bei der Entwicklung noch große Fortschritte erleben.
Schon jetzt setzt auch der ÖPNV auf alternative Antriebe. So hat die Rheinbahn begonnen, auf Fahrzeuge mit strombetriebenen Motoren zu umzustellen.
Hier kommt natürlich auch dem Fahrrad im Bereich des engsten Lebensraums künftig eine größere Bedeutung zu.